D
ie Medien hatten leider an dem Urteilsspruch und der Wahrheit weit weniger Interesse als an den erfundenen Horror-Geschichten von Anita Stutz ­ aber das war voraussehbar. Aus diesem Grunde gibt es in Deutschland immer noch Leute, die die Behauptungen von Frau Stutz ­ und zahlreiche andere ­ gelesen oder gehört haben, ohne jemals darüber aufgeklärt worden zu sein, daß sie vollständig erfunden waren.

     Bereits im Jahre 1977 mußte das Landgericht München feststellen, daß der bekannte „Sekten"-Pfarrer Haack „Opfergeschichten“ frei erfand, um seiner Botschaft gegen neue religiöse Bewegungen „mehr Nachdruck“ zu verleihen.

     Ursula R. war ganze vier (4) Tage „Mitglied“ der Scientology Kirche. Danach tritt sie über 2 Jahre lang in den Medien gegen Scientology auf und vermarktet ihre dramatischen Erlebnisse einschließlich ihres „glücklichen Ausstiegs“. Die „Story“ wird von den Medien bereitwillig aufgegriffen und vermarktet. Genausogut könnte sich jemand zwei Sonntagspredigten anhören, um danach seine „schrecklichen Erfahrungen“ in der katholischen Kirche medienwirksam zu vermarkten.

     Tatsächlich war Ursula R. am 17.6.1988 in die Scientology Kirche ein- und am 21.6.1988 wieder ausgetreten. Nach dem Bekanntwerden dieser Fakten verebbte die Medienflut, eine Korrektur der Geschichte fand jedoch nie statt (siehe Dokumentation ­ Seite 16).

  A
ufgescheucht durch die massive Pressekampagne gegen neue Religionen hatte sich der Diplom-Psychologe Georg Sieber schon in den 80er Jahren auf die Suche nach den angeblichen Opfern gemacht. Mit Zeitungsanzeigen und öffentlichen Aufrufen im Radio forderte er sie auf, sich zu melden. Auch die sogenannten Experten bat er um Hilfe bei seiner Suche. Insgesamt erreichte er 20 Millionen Menschen. Das mehr als magere Ergebnis dieses Aufwandes ist ein weiterer Beleg dafür, daß die Kontroverse um neue religiöse Bewegungen viel Lärm um nichts ist. Sieber kam in seiner Studie zu dem Schluß, daß es „wenig wirklich objektive Informationen“ und „keine nennenswerten Fallzahlen“ gibt.

     Ein anschauliches Beispiel ist Thomas R. aus Schleswig-Holstein. Er erzählt seine Geschichte einem Journalisten, der sie zu einer typischen Horrorstory von Verfolgung und Psychoterror hochstilisiert. Thomas R. schreibt daraufhin der Scientology Kirche einen Brief, in dem er sich von der Interpretation der Presse entschieden distanziert:

     „... Darüber hinaus habe ich durchaus dem Journalisten gegenüber angeführt, daß ich auch positive Erfahrungen während meiner Zeit bei Scientology gemacht habe. Diese wurden allerdings mit keinem Wort erwähnt. ... Ich möchte hiermit offiziell und ohne jeden Zweifel erklären, daß ich aus eigenem freien Willen Mitglied der Scientology-Kirche war und dazu nie gezwungen wurde, schon gar nicht unter Androhung von Gewalt. ... Ich bitte Sie deshalb nochmals um Entschuldigung, sollte ich gegen meinen Willen die religiösen Gefühle der Scientologen verletzt haben.“

     Im Jahre 1991 wird die Kriminalpolizei in Hamburg aktiv, um die haarsträubenden Vorwürfe gegen die Scientology Kirche zu untersuchen. Doch ihre Bemühungen, bei den damals bekanntesten Scientology-Gegnern und Betreuern der angeblichen „Opfer“ fündig zu werden, enden im Nichts. Keiner der Befragten konnte vor dem Staatsanwalt konkrete Angaben machen oder auch nur einen einzigen Geschädigten präsentieren.

Fortsetzung...



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